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Bass

Gibt es beim E-Bass auch unterschiedliche Größen?
Da gibt es den Typ mit kurzer Mensur, den Shortscaler, d.h. der Hals ist relativ kurz. Ein solches Instrument ist für Neulinge sehr gut geeignet. Es lässt sich verhältnismäßig leicht greifen, da die Bünde näher zusammen liegen. Die Shortscaler sind vom Gewicht relativ leicht und selten kopflastig, was natürlich einen erhöhten Spielkomfort mit sich bringt.

Dann gibt es Bässe mit langer Mensur, die Longscaler. Ihr Hals ist eben sehr lang und man muss seine Finger schon ordentlich in Bewegung setzen, um auseinanderliegende Töne und Läufe zu greifen. Allerdings bieten diese Bässe insgesamt einen härteren Grundsound als diejenigen mit kurzer Mensur.

Muss man erst Gitarre lernen um E-Bass spielen zu können?
Nein. Ein E-Bass ist ein völlig eigenständiges Instrument mit speziellen Spieltechniken. Wenn aber bereits Erfahrung mit Gitarre besteht, erleichtert das den Zugang zum E-Bassspiel.

Wie spielt man E-Bass?

Plektronspiel
Beim Bass gibt es im Prinzip drei grundlegende Anschlagtechniken. Da wäre zunächst einmal das bei Anfängern übliche Plektronspiel. Dazu gibt es spezielle Bassplättchen, entsprechend groß und robust. Die einen sind hart für einen knackigen Anschlag, die anderen weich für runde, füllige Sounds. Das Spiel mit dem Plektron wird genauso eingeübt und gehandhabt wie bei der Gitarre. Auch beim Bass ist es sinnvoll, den Anschlag von oben und unten gleichermaßen zu üben.

Fingerpicking
Eine weitere Möglichkeit ist das Fingerpicking, das beim Bass aber durchaus nicht irgendeiner Klassikspielweise vorbehalten bleibt, sondern gerade den professionellen Rocker ausmacht. Schau dir mal das Video der Who vom Sommer 1989 an, als sie noch einmal ihre Rockoper Tommy in Amerika aufführten. Dort kann man in exemplarischer Weise bei John Entwistle das Fingerpicking beobachten. Ja, so müsste man eigentlich den Bass spielen können, nicht wahr. Aber wer weiß, vielleicht hast du ja die Power, es so zu lernen!

Beim Bass wird das Fingerpicking etwas anders ausgeführt als bei der Gitarre. Der Daumen stützt in erster Linie die Hand ab. Die restlichen Finger werden auf je eine Saite verteilt, im Idealfall also der Zeigefinger für die E-Saite, der Mittelfinger für die A-Saite, der Ringfinger für die D-Saite und der kleine Finger für die G-Saite. In der Praxis sieht es aber möglicherweise so aus, dass der kleine Finger eher unbeschäftigt bleibt und die drei verbleibenden Finger jeweils eine Saite rauf oder runter rücken. Manche Bassisten verwenden auch nur Zeige- und Mittelfinger für einen konsequenten Doppelschlag. Man muss das selbst ausprobieren, wenn man Fingerpicking machen will.

Slapping
Eine angesagte Basstechnik ist das Slapping. Da wird nun plötzlich der Daumen zum viel beschäftigten Star. Mit ihm nämlich schlägt oder hämmert der Bassist auf die entsprechende Saite, was den Sound sehr trocken und knackig macht. Es ist eine Anschlagtechnik für den funky Abfahrrock, mit der man auch eine unheimliche Schnelligkeit erreicht. Aber man muss sehr sauber die Saite treffen. Der Slapper kann zudem noch Akzente setzen, indem er im Gegentakt zum Daumenschlag mit dem Mittelfinger auf den höheren Saiten Töne von unten anreißt, zum Beispiel zum geslappten Ton den Oktavton.

Selbstverständlich kann man alle diese Anschlagtechniken auch miteinander kombinieren und dadurch eine große Variationsbreite erreichen. Und tatsächlich kann man ja nicht bei jedem Song munter losslappen, irgendwann geht es einem auf den Wecker. Ein langsamer Blues oder eine Ballade erfordert vom Bass eine verhaltene, aber dennoch füllende Spielweise. So kann es nie schaden, wenn du möglichst viele Techniken parat hast, mit denen du deine Mitspieler angenehm überraschen kannst.